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Blühende Liebeslust






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Christian Bachmann

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Wer als Zeichen der Liebe Blumen schenkt, liefert gleich ein Potenzmittel mit: Blütenpollen. Der Geheimtip stammt ausgerechnet aus der Bibel. An einer Stelle über König Salomo heisst es da: «Der König liebte viele fremde Frauen.»

Zum Glück für die königliche Manneskraft hatte eine von Salomos Lieblingsfrauen, die Königin von Saba, aus ihrem Land eine ganz besondere Morgengabe mitgebracht: ein Stärkungsmittel, gemischt aus den Pollen von vierzig verschiedenen Blüten.

Die Bibel schweigt sich über diese Mischung aus. Doch zum Glück war eine andere Ehefrau Salomos die Tochter des ägyptischen Pharaos. Am Nil beschäftigte man sich auch aus kultischen Gründen mit der Sexualität und war an allem, was die Potenz steigerte, brennend interessiert.

Die Tochter des Pharao liess also eine Probe des salomonischen Potenzmittels nach Hause schicken. Danach trug die Pollenmischung schon bald das Gütesiegel einer offiziellen Grabbeigabe, die in keiner Pyramide fehlen durfte.

Als Lord Carter, Entdecker des Grabes von Tut-Ench-Amun, die versiegelten Tontöpfe fand, wusste er nichts damit anzufangen. Auch die Inschrift auf den Töpfen blieb bis vor wenigen Jahren ein Rätsel. Per Zufall entdeckte man die Töpfe wieder, nachdem sie jahrzehntelang in einer Stahlkammer zum zweiten Mal begraben worden waren.

Ein britischer Ägyptologe entzifferte die Hiergoglyphen: «Zur Stärkung der Manneskraft». Botaniker der königlichen Gärten in London untersuchten den Inhalt und bestimmten die Blütenpollen von vierzig verschiedenen Pflanzenarten.

Pollen, der gelbliche «Blütenstaub», ist eine sexuelle Ausscheidung der Pflanzen, vergleichbar mit dem Sperma eines Mannes. Die Pollenkörner sind Bruchteile von Millimetern klein; ihre zähe Schale umschliesst eine wahre Fundgrube an Vitalstoffen. Sie dienen der pflanzlichen «Potenz», denn bei der Befruchtung muss das Pollenkorn einen langen Schlauch austreiben, der in die weibliche Geschlechtszelle eindringt.

Viele dieser Stoffe regen offenbar auch die menschliche Potenz an. Doch wer die kleinen Potenzpillen einfach so schluckt, wie Mutter Natur sie anbietet, dem können sie nicht helfen. Die alten Ägypter breiteten den Blütenstaub so lange an der heissen Sonne aus, bis die Pollenhüllen zersprangen und ihren Inhalt freigaben.

Die britische Entdeckung blieb nicht lange ein Geheimtip. Bald schon gab es in Apotheken und Drogerien verschiedene Pollenpräparate als Stärkungsmittel zu kaufen. Man sollte sich aber vergewissern, dass die Blütenpollen «aufgeschlossen» sind - heute legt man sie nicht mehr an die Sonne, sondern mikronisiert und gefriertrocknet sie mit speziellen Verfahren.

Viele erfolgreiche Leistungssportler - von schwedischen Tennisstars bis zu Bundesligafussballern und Leichtathleten - schwören heute auf die Kraft aus den Blumen.

Das liess den britischen Sexualmediziner Prof. Dr. Leon Kaplan aufhorchen. Denn Kaplan wusste sehr wohl, dass die alten Ägypter, anders als die alten Griechen, keine grossen Sportler gewesen waren. Es lag also auf der Hand, auch den Ur-Zweck des geheimnisvollen Mittels zu testen.

Kaplan verabreichte die Pollen einer ausgewählten Gruppe von Patienten, die über mangelnde Lust an der Liebe klagten. Die Männer nahmen täglich drei Kapseln eines handelsüblichen Pollen-Präparates ein.

Es dauerte etwa dreissig bis vierzig Tage, bis die Blüten-Power zu wirken begann: Acht von zehn Männern berichteten über neu geweckte Liebesgeister. Nicht nur die Lust steigerte sich, sondern auch die Potenz und die sexuelle Ausdauer. Die Wirkung hielt nach dem Absetzen der Kur zwei weitere Monate an.

An eigentlicher Impotenz hatte keiner der Männer gelitten, auch Pollenallergiker hat der Forscher natürlich nicht getestet.

Als Kaplan sein Experiment mit Frauen wiederholte, zeigte sich ein klarer Unterschied: Auch Frauen fühlten sich allgemein besser, nachdem sie Pollen genommen hatten. Doch an ihrem sexuellen Empfinden änderte sich nichts.

Kaplan vermutet deshalb, dass Pollen ein gewisses Hormon anregen, das Frauen schön und Männer potent macht: Prolaktin. Es wird vor allem nachts ausgeschüttet und ist verantwortlich für Erektionen und feuchte Träume bei Männern; bei Frauen lässt es die Brüste schwellen und verjüngt die Hautzellen. Um die Liebeslust der Frau zu wecken, ist neben dem Prolaktin unbedingt der Liebhaber erforderlich, der die vollen Brüste bewundert und zärtlich über die zarte Haut streichelt.

Medikamente und Hormone sind übrigens auch bei Männern nichts mehr als eine Starthilfe. Die eigentliche Lust an der Liebe kommt erst mit der Liebe.

© Christian Bachmann

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