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Männlicher G-Spot






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Christian Bachmann

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Haben Frauen überhaupt einen? Der Gräfenberg- oder kurz G-Spot ist eine Stelle in der oberen Wand der weiblichen Scheide. Sie ist sexuell besonders empfindlich, sagen die «Gräfenbergianer».

Ihre Gegnerinnen - meistens feministisch motiviert, wollen von einem G-Spot gar nichts wissen. Der sei nur ein Mythos, um den längst totgesagten vaginalen Orgasmus neu zu beleben.

Jetzt erhält dieser Streit eine neue Dimension: US-Sexologe John D. Perry behauptet nämlich, auch Männer besässen einen G-Spot. Diese sensible Stelle beim Mann sei nichts anderes als die Prostata.

Auch diese Entdeckung passt auf den ersten Blick gar nicht in den Trend der Zeit. Wehrten sich beim weiblichen G-Spot noch die Feministinnen gegen die Idee, der eindringende männliche Penis sei zur Befriedigung der Frau eben doch wesentlich, so entpuppt sich nun der männliche G-Spot als noch viel heisseres Eisen. Dieser Lust-Auslöser wird beim Mann ausgerechnet durch Analverkehr am direktesten gereizt - im Zeitalter von Aids wohl die gefährlichste Sexualpraktik überhaupt.

Hetero-Männer sind dieser Gefahr nicht ausgesetzt. Doch falls sie das Gefühl, das ein hinten eindringender weiblicher Finger erzeugen kann, als «schwul» ablehnen, verpassen sie vielleicht eine neue Dimension der Lust.

Sowohl der weibliche als auch der männliche G-Spot unterscheiden sich grundlegend von den sensiblen Stellen an Klitoris und Eichel. Diese äusseren erogenen Punkte sind vor allem auf Berührung und Reibung empfindlich. Die G-Spots dagegen, innen im Körper gelegen, sprechen auf Druck an.

So löst sich das alte Argument gegen den vaginalen Orgasmus fast in Nichts auf. Die weibliche Scheidenwand habe keine empfindlichen Nerven, könne deshalb auch keine Lust empfinden.

Dies stimmt nur, wenn man die Berührungslust meint. Die Nervenknospen, die auf Druck ansprechen, befinden sich nämlich nicht unmittelbar unter der Haut, sondern sind mehr in der Tiefe versteckt.

Als man dieses empfindliche G-Spot-Gewebe bei der Frau genauer unter die Lupe nahm, stellte man grosse Ähnlichkeiten mit der männlichen Prostata fest. Einige Sexologen sprachen sogar von einer weiblichen Prostata.

Da lag es eigentlich auf der Hand, zu untersuchen, ob dieses Gewebe auch beim Mann mit Lust erzeugenden Funktionen verbunden sei.

Die Antwort lautet: Ja, aber es ist eine besondere Lust. Sowohl bei der Frau als auch beim Mann. Das Besondere daran ist, dass sie sich nicht von selbst einstellt, sondern gelernt werden muss. Frauen und Homosexuelle berichten erstaunlich ähnliche Erlebnisse beim ersten Vaginal- beziehungsweise Analkontakt: Zuerst sei es ein eher seltsames, vielleicht sogar schmerzendes Gefühl - im Unterschied zur Klitoris- oder Penis-Stimulation. Mit der Zeit erst verwandle sich der anfängliche Schmerz in Lust. Das Gehirn scheint also bei diesen tiefen Gefühlen eine Weile zu brauchen, bis es sie sie als Lust interpretieren lernt.

Der männliche Orgasmus erzeugt zwei Arten von Lust, die in der Regel so eng miteinander verbunden sind, dass man sie als eine Einheit wahrnimmt. Das eine Lustgefühl entsteht dann, wenn die Samenflüssigkeit herausquillt, das andere beim eigentlichen Spritzen. Männer, die fähig sind, ihren Orgasmus hinauszuzögern, können diese beiden Lustphasen nacheinander erleben.

Beim ersten Teil-Orgasmus, dem weitere folgen können, tritt Flüssigkeit aus. (Beim Masturbieren lässt sich das gut beobachten.) Erst im End-Orgasmus zieht sich die gesamte Beckenmuskulatur rhythmisch zusammen, wodurch der Rest des Samens herausspritzt.

Beide Vorgänge sind mit je einem ganz besonderen Lustgefühl verbunden. Die Prostata-Lust führt zum Samenfluss, nicht aber zur eigentlichen Ejakulation. Dies ist ganz einleuchtend, wenn man bedenkt, dass die Samenflüssigkeit zur Hauptsache aus der Prostata stammt.

Die Prostata braucht übrigens nicht unbedingt direkt, das heisst anal, stimuliert zu werden. Als druckempfindliches Organ schätzt sie durchaus auch Stimulation von aussen. Also zum Beispiel eine weibliche Hand, die zwischen After und Hodensack, in der harten Verlängerung des Penisschaftes, streichelt und knetet.

Die meisten Männer erleben diese Stelle als den Ort, an dem die Ejakulation beginnt: Hier ziehen sich die ersten Muskeln rhythmisch zusammen, was man mit einigem Geschick, durch kräftiges Zusammenziehen eben der betreffenden Muskeln, wieder stoppen kann.

Sinnlich wache Männer haben gelernt, diesem eher «runden» Gefühl seine schönsten Seiten abzugewinnen, bevor die «spitze» Endlust eintritt.

Das einfachste Mittel, um die G-Lust bei Frau und Mann zu stimulieren, ist kräftiges Stossen. Wenn das keine gute Nachricht für feministisch verunsicherte Männer ist! Und die gute Nachricht für Feministinnen: Frau oben bringt intensivere Lust.

© Christian Bachmann

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